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  • Manuela

Belize – karibisches Flair und man spricht englisch

Aktualisiert: 13. Aug. 2023

Wer von Euch hat schon mal was von Belize gehört?


Wohl die wenigsten Menschen kennen dieses winzig kleine Land südlich von Mexiko. Deshalb erstmal ein paar Fakten:


Belize ist eine ehemalige britische Kolonie und hieß bis 1973 Britisch Honduras.

Deshalb ist die Amtssprache englisch, was uns vieles erleichtert hat.


Mit einer ungefähren Fläche so groß wie Mecklenburg-Vorpommern hat es nur 400.000 Einwohner, d. h. 18 Einwohner verteilen sich auf einem Quadratkilometer.


Die Bevölkerung setzt sich aus vier großen ethnischen Gruppen zusammen – den Mestiken, Kreolen, Mayas und Garifuna (76 %), der Rest besteht aus Indern, Chinesen (denen gehören fast alle Supermärkte) und der kleinen, einflussreichen Gruppe der Mennoniten, von denen wiederum etliche deutschstämmig sind.


Im Norden und an der Küste geht es sehr karibisch zu und die Menschen fühlen sich eher mit der Kultur der Karibik und den USA verbunden, als mit anderen mittelamerikanischen Ländern.

Sie sind sehr entspannt – im ganzen Land gibt es nur sieben Ampeln und das höchste „Gebäude“ in Belize ist ein Maya-Tempel mit 46 Metern.


Die Mayas machen fast 11 % der Bevölkerung aus und leben überwiegend im Süden des Landes. Der Süden ist außerdem die Heimat der Garifuna, die von südamerikanischen Ureinwohnern und Afrikanern abstammen.


Belize hat vor der Küste das zweitgrößte Barrier Riff der Welt, das zum UNESCO-Welterbe zählt, mit nahezu 1.000 Inseln.


Das Wappentier ist der Tapir, obwohl hier die größte Jaguar Population der Welt lebt.


Wir sind nach der problemlosen Einreise die erste Nacht im Küstenort Corozal geblieben und haben uns dort mit Beate & Dieter getroffen, mit denen wir in Kalifornien Weihnachten und Silvester gefeiert hatten. Die beiden waren auf dem Weg zurück nach Mexiko und sind extra wegen uns eine Nacht länger in Belize geblieben. Es gab viel zu erzählen und wir haben von den Beiden etliche Belize Tipps und deren Landkarte bekommen – herzlichen Dank nochmal dafür!


Dann ging es für uns südwärts.


Unterwegs fiel uns die Sauberkeit an den Straßen auf. Natürlich gibt es hier auch Plastikmüll, vor allem an den Stränden, aber im Vergleich zu Mexiko, waren die Straßenränder sehr sauber.

Außerdem stach uns die Neugier, gepaart mit Freundlichkeit der Menschen ins Auge. Sobald wir durch ein Dorf fuhren, war ich nur noch am aus dem Fenster winken.


Unsere zweite Nacht verbrachten am wir New River, südlich von Orange Walk Town, einer Stadt, in denen die Mennoniten das Straßenbild auflockern und ihre Waren verkaufen.


Wir erlebten einen lustigen Abend in einer kleinen Bar direkt am Fluss und lernten unter anderem Earl kennen, der mit seiner Familie (Ehefrau, Sohn & Schwiegertochter und seine Schwester) sowie mit einem befreundeten Paar die Beerdigung seines Vaters vor ein paar Tagen nochmal „feierte“. Er spendierte uns einige Biere, tröstete zwischendurch seine Frau, die seinen Vater gepflegt hatte und war sehr stolz darauf, dass wir seine Heimat besuchten. Hi Earl, it was nice to have met you!


Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir zusammen mit fünf US-Amerikanern per Boot 1,5 Stunden zur Maya-Stätte Lamanai.

Vom Boot aus sahen wir Krokodile und diverse Vogelarten, fuhren an einem Mennonitendorf vorbei und genossen den kühlenden Fahrtwind.


Die wohl faszinierendste Tempelanlage Nord-Belizes, Lamanai, liegt mitten im dichten Dschungel.

In den hohen Bäumen hingen, träge von der Hitze, Affenfamilien.



Wir wurden von einem Guide durch die verschiedenen Ruinen, von denen längst nicht alle ausgegraben sind, geführt und haben viele interessante Informationen erhalten.

Aber es war dermaßen heiß, dass wir alle froh waren, nach einem kleinen Mittagsnack wieder aufs Boot zu dürfen und vom Fahrtwind abgekühlt zu werden.

Da Belize so klein ist, sind wir noch nach der Bootstour zum nahegelegenen Belize Zoo gefahren.

Hier werden Findel- und Waisenkinder aufgepäppelt und befreiten Tieren, die als Haustiere, oder als Touristenattraktion gehalten wurden und in freier Wildbahn nicht mehr überleben könnten, eine mehr oder weniger artgerechte Heimat gegeben.

Die Anlage ist sehr liebevoll gestaltet, alle Tiere haben Namen, wie z. B. Martin, ein Jaguar, der aus einem Resort stammt, oder Fuego und Navidad, zwei Tapire. In freier Wildbahn bekommt man diese Wildtiere eher nicht zu Gesicht und hier konnten wir ihnen recht nah kommen.

Weiter gings über den wunderschönen Hummingbird Highway (Kolibristraße) zur Karibikküste.

Die Straße schlängelt sich malerisch durch die Maya Mountains, auf und ab durch dichten Dschungel und Zitrusplantagen, vorbei an kunterbunten, kleinen Häusern in winzigen Dörfern.


Unterwegs machten wir noch einen kurzen Stopp in der St. Hermans Höhle und am Blue Hole.

Dort lernten wir Darielli kennen, die mit ihrer 84jährigen Oma Rose, ihrer Schwester, ihrer Cousine mit Kind und ihrem Freund ebenfalls dorthin unterwegs waren.

Da Darielli bis vor kurzem dort selbst noch Führungen angeboten hat, nahm uns die Familie kurzerhand mit und gemeinsam gings in die herrlich kühle, aber stockfinstere Höhle.

Darielli hat uns einiges erklärt und erzählt und uns ihren geheimen Lieblingsplatz in der Höhle gezeigt.

Danach gings zum Baden in das kühle und wunderbar erfrischende blaue Loch, das zu einem weit verzweigtem, unterirdischem Höhlensystem gehört.

Kurzfristig abgekühlt schafften wir es gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit in den Küstenort Hopkins.

Wir campten unter Kokospalmen direkt am karibischen Meer. Was sich so paradiesisch anhört, hatte aber seine Schattenseiten.

Im Meer trieben Braunalgen, die uns das Baden vermiesten und im Sand lauerten Sandfliegen, die uns die Beine zerstachen. Der Rest des Körpers wurde von Blackflies und Mücken zerstochen.

Zu heiß und sehr feucht war es auch noch (um die 35 Grad tagsüber und nachts knapp unter 30 Grad), so dass wir nach zwei Nächten leicht genervt schon wieder weiterzogen.

Wir erhofften uns Abkühlung in einem der unzähligen Dschungelwasserfälle im Süden des Landes.


Unterwegs fiel uns irgendwann auf, dass sich der Anblick der Dörfer total verändert hatte.


Statt einfacher, meist bunter Holzhütten auf Ständern, gab es hier primitive, mit Palmenwedeln bedeckte, einfachste Holzhütten. Die Bevölkerung bestand hier fast ausschließlich aus Maya.

Hin und wieder sahen wir Kutschen der Mennoniten.

Tief im Dschungel waren wir dann in der Tempelanlage Lubaantun die einzigen Besucher und danach fanden wir tatsächlich einen Übernachtungsplatz an einem kleinen, leider fast ausgetrockneten Wasserfall. Gebadet und abgekühlt haben wir uns trotzdem und in der Nacht kühlte es endlich mal wieder auf unter 25 Grad Außentemperatur ab, so dass wir richtig erholsam schlafen konnten.

Danach ging es wieder zurück Richtung Norden in den Cockscomb Basin Wildlife Sancturay. Dies ist Belizes berühmtestes Wildreservat und es wurde 1984 zum ersten Jaguarreservat der Welt erklärt. Hier sollen 40 – 50 Jaguare leben. Uns hat sich (zum Glück?) keiner gezeigt.


Wir konnten mitten im Reservat übernachten und sind noch einen 4 km Trail hoch zu einem Aussichtspunkt gewandert. Oben angekommen, war die Aussicht leider nur mäßig, da es total dunstig, bzw. rauchig war.

Wir waren total fertig, klitschnass am ganzen Körper und heilfroh, uns auf dem Rückweg in einem Fluss mit Wasserfall noch erfrischen zu können.

Der Rückweg durch den Dschungel fiel dann bergab erheblich leichter.

Bevor es dunkel wurde, haben wir noch grüne Papageien und Tucane beobachten dürfen.


Über den schönen Hummingbird Highway ging es am nächsten Tag wieder zurück nach Belmopan, der Hauptstadt von Belize.


Die zweckgebaute Stadt im Inland ist wenig sehenswert, wurde in den späten 60ziger Jahren am Reisbrett entworfen, ist aber relativ sicher, wenn Hurricane übers Meer kommen.

Nördlich davon, auf der anderen Flussseite des Belize River, haben wir mithilfe der iOverlander App einen wunderbaren Stellplatz entdeckt.


Auf dem riesigen Gelände der Banana Bank Ranch konnten wir campen. Der Besitzer der Ranch, ein 83jähriger, ehemaliger Rodeo Reiter aus Montana, USA, züchtet hier Pferde. Er hat über 100 Tiere, die sich überwiegend frei auf dem Gelände bewegen dürfen.


Mit seiner Frau, einer begnadeten Malerin, hat er sich hier ein kleines, märchenhaftes Paradies geschaffen, allerdings in die Jahre gekommen, wie die Beiden selbst. Stolz hat er uns durch die beeindruckende Bildergalerie seiner Frau geführt und uns seine über die Jahrzehnte gesammelten Maya Schätze gezeigt.

Neben diesem Privatmuseum hat er leider auch seinen Privatzoo, mit Aras, Kakadu, Pfauen und einem Jaguar. Diese Tiere leben im Gegensatz zu den Pferden alles andere als artgerecht und taten uns von Herzen leid.

Am nächsten Morgen fuhren wir allmählich bergauf in die Maya Mountains, ein großes Hochlandgebiet mit subalpinen Kiefernwäldern.

Vom Mountain Pine Ridge Forest Reserve versprachen wir uns endlich Abkühlung, denn es gibt hier reichlich Flüsse, Teiche und Wasserfälle.

Aber am Ende der Trockenzeit sind die Flüsse nur noch wenig gefüllt und tagsüber erreichten die Temperaturen locker die 30 Gradmarke. Das Wasser in den Gumpen ist dann auch mehr warm als frisch, aber trotzdem war es ein großes Vergnügen in den Big Rock Falls zu baden – man muss nur lange genug im Wasser bleiben. Irgendwann kühlt der Körper runter.


Und nachts hatten wir dann die ersehnten 21 Grad draußen – ein Traum!

Da wir nur für 14 Tage eine KFZ-Versicherung abgeschlossen hatten, zog es uns am nächsten Tag, nach einem weiteren Bad in den Rio On Pools hoch nach San Ignacio.


Diese Stadt liegt bereits im Grenzgebiet zu Guatemala und hier wollten wir uns auf einem Platz direkt am Mopan River noch ein paar Tage erholen und für den Grenzübertritt vorbereiten.


Die kleine Stadt San Ignacio haben wir uns kurz angeguckt, und dass bei 40,8 Grad!


Abends haben wir uns nur noch in den Fluss gestellt, grüne Papageien beobachtet und uns von kleinen Fischen anknabbern lassen, um unsere Körper wieder abzukühlen.

Nachts hatte es dann zum Glück in der näheren Umgebung kräftig gewittert, sodass am nächsten Tag das Thermometer nur noch 30 Grad erreichte.


Wir futterten in den nächsten Tagen unsere Vorräte auf, da man beim Grenzübertritt keine Frischwaren dabeihaben darf.


Wir scheinen nach über einem Jahr des Reisens, ein wenig reisemüde geworden zu sein.


Wir haben z. B. immer wieder überlegt, ob wir auf eine der hübschen Inseln fahren sollen, um dort zu schnorcheln oder zu tauchen. Aber wir konnten uns nicht dazu aufraffen…


Auch sonst hält sich unsere Euphorie für Belize, im Gegensatz zu vielen anderen, in Grenzen.


Landschaftlich ist es irre schön mit seinem Dschungel, den kleinen Dörfern und den freundlichen und offenen Menschen.

Aber es ist teuer – das Preisniveau ist fast wie in Deutschland und die Hitze hat uns tüchtig zugesetzt und die ganzen Stiche an Armen und Beinen nervten ebenfalls sehr.


Ich hoffe, dass ich aus Guatemala wieder mit mehr Begeisterung berichten werde!


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Und so geht es weiter

Ende März / Anfang April fahren wir nach Hamburg, wo der Unimog Mitte April per Schiff auf die Reise nach Halifax geht.
Corona bedingt dürfen wir leider nicht mit an Bord und so fliegen wir vorab für ein paar Tage nach Island, bevor es dann auch für uns nach Kanada geht. 
Ende April soll das Schiff mit unserem Unimog hoffentlich wohlbehalten in Halifax, Nova Scotia einlaufen.
Einige Tage später, hoffen wir, können wir ihn dann endlich aus dem Zoll holen und unser Abenteuer kann endlich beginnen.

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