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  • Manuela

Manitoba & Saskatchewan - die Kornkammer Kanadas & die Prärieprovinz

In Manitoba leben nur ca. 1.2 Millionen Menschen, davon ca. 750.000 in der Hautstadt Winnipeg.

Das Land ist also ziemlich dünn besiedelt, vorwiegend durch die Vorfahren englischer, deutscher und ukrainischer Siedler, da sie hier ähnliche Bedingungen fanden, wie in ihrer alten Heimat.

Die unendlichen Agrarflächen sind gigantisch und reichen bis zum Horizont. Riesige Traktoren und spinnenartige Fahrzeuge beackern diese Riesenflächen.

Die Farmen liegen weit auseinander und werden von sehr großen und vielen Silos umgeben.

Auch die Züge haben hier gigantische Ausmaße - Uli hat mal 177 Waggons gezählt, gezogen von drei Loks.


Manitoba wird auch das Land der 100.000 Seen genannt, weil ein Teil seiner Fläche unter Wasser liegt.

Irgendwann überquerten wir die arktische Wasserscheide, d. h. ab dem Punkt fließen alle Flüsse nordwärts in die Hudson Bay und nicht mehr südwärts in die großen Seen.


Bevor wir nach Winnipeg gefahren sind, haben wir uns noch ein kleines Mennoniten Museum in dem sehr deutsch klingenden Ort Steinbach besucht.

Diese Glaubensgemeinschaft wurde im frühen 16. Jahrhundert von dem norddeutschen Menno Simons gegründet und unter dem Druck brutaler Verfolgung wanderten viele Mennoniten im 17. Jahrhundert nach Kanada aus.

Hier gründeten Sie eigene Schulen um ihre Kinder in ihrem Sinne zu erziehen.

Mittlerweile gibt es auch gemäßigtere Mitglieder, die Autos fahren, Handys haben und Turnschuhe zu ihre Kleidern, Hauben und Hosenträgern tragen.


In Winnipeg fanden wir dann einen Parkplatz direkt am Museum für Menschenrechte, dass aber leider die nächsten zwei Tage geschlossen war.

Dafür gerieten wir im Park "The Forks" in ein Pride Festival mit live Musik, Kunst und vielen bunten Menschen.

Es war ein Genuss zu sitzen und dem bunten Treiben zuzuschauen.


Die Überlegung auf diesem Parkplatz zu übernachten, haben wir aufgrund der feiernden Leute ganz schnell aufgegeben und sind auf einen Walmart Parkplatz umgezogen, der trotz der ganzen "anburner" um ein vielfaches leiser war.




Saskatchewan ist die Prärieprovinz mit der Hauptstadt Regina und die am dünnsten besiedelte Provinz.

Eigentlich fahren die meisten Touristen, wenn sie überhaupt hier her kommen, nur schnell durch.


Aber die Prärie hat ihren ganz besonderen Reiz, weswegen wir uns Regina nur ganz schnell angeguckt und die Vorräte aufgestockt haben und dann nach einer Nacht mitten auf dem Acker, in den Grasslands National Park gefahren sind.


Dieser Park liegt ganz im Süden von Saskatchewan an der Grenze zur USA und ist in zwei Teile, dem West- und dem kleineren Ostteil aufgeteilt.


Schon die Zufahrt über winzige Straßen, größtenteils Gravelroads, also Schotterpisten, macht großen Spaß.


Durch den Park fließt der Frenchman River, an dem auch der Campinplatz liegt.

Es gibt hier Bisons, Antilopen, Kojoten, Klapperschlangen und die kleinen Präriehunde, die wir immer wieder gerne beobachtet haben, und auf den Straßen ständig ausweichen mussten, weil sie sich wohl für unsterblich halten - was aber leider nicht so ist, wie die zahlreichen Kadaver auf der Strecke bestätigten.


Dieser Park ist so einzigartig und wunderschön, wird aber jährlich nur von rund 7000 Besuchern angesteuert, weil er so weit abgelegen ist.


Wir sind zwei Nächte geblieben und haben Stunden damit verbracht durch unser Fernglas die Tiere zu beobachten und die Weite dieser faszinierenden Landschaft zu beobachten.

Wir fühlten uns wie in den Film "der mit dem Wolf tanzt" gebeamt, zumal hier früher die Sioux lebten.

Als wir dann in vielen Kilometern Entfernung Bisons entdeckten, waren wir richtig aus dem Häuschen.

Die tägliche Ausbeute an Bisonsichtungen waren immer das Gesprächsthema auf dem Campingplatz und zum Einschlafen heulten die Kojoten.


Wir wurden zudem mit wertvollen Tipps für den Banff Nationalpark von Caroline & Don, einem Paar aus Ottawa, versorgt - thanks for the many tips, it was nice to meet you!


Hier wieder weg zu fahren, viel uns richtig schwer.



Auf der Rückfahrt raus aus dem Park haben wir noch eine nette, junge Familie mit zwei Kindern und einem Berner Sennenhund getroffen, die für fünf Monate in einem umgebauten Schulbus unterwegs sind und auch Richtung Vancouver fahren. Die werden wir hoffentlich noch öfter treffen #mountainboundbus 😊


Wir sind im Süden Saskatchewans geblieben, weil wir am nächsten Tag Richtung Fort Walsh an der Grenze zu Alberta wollten.


Hier gab es nur noch Gravelroads und durch ein Viehgitter sind wir in ein Naturerhaltungsgebiet gefahren, das "Old Man on his back" hieß.

Und plötzlich sahen wir Bisons, sehr viele Bisons.

Wir konnten relativ nah ran fahren, bevor sie panisch davon stampften und uns nun völlig im der mit dem Wolf tanzt Modus zurück ließen.


Als wir dann noch den perfekten Übernachtungsplatz gefunden haben und ich mich eine Stunde mit einem ca. 80 jährigem Cowboy unterhalten konnte, war mal wieder ein perfekter Tag zu Ende gegangen.





In Fort Walsh, wo die North-West-Mounted Police ansässig war, wird an das Massaker von Cypress Hill erinnert.

Amerikanische und Kanadische Whisky Schmuggler töteten 1873 dutzende Nakodas, First Nation, was in dem Visitor Center sehr eindrucksvoll gezeigt wird.


Wir haben auf dem Parkplatz ein älteres, kanadisches Ehepaar getroffen. Er sprach sehr gut deutsch und ist wohl in jungen Jahren ausgewandert.

Sie waren sehr an unserem Unimog und unserer Reise interessiert und versorgten uns ebenfalls mit Tipps für Alberta - Danke dafür!

Spontan haben sie uns ihre Landkarte für Alberta geschenkt - lieben Dank nochmal auch dafür ( wir haben inzwischen auch eine Karte für BC gekauft )!


Wir waren selbstverständlich im "Writing on the stones" Provincial Park - der hat uns sehr begeistert 😉


Aber die sensationellen Fotos folgen dann im Alberta Beitrag...




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Und so geht es weiter

Ende März / Anfang April fahren wir nach Hamburg, wo der Unimog Mitte April per Schiff auf die Reise nach Halifax geht.
Corona bedingt dürfen wir leider nicht mit an Bord uns so fliegen wir vorab für ein paar Tage nach Island, bevor es dann auch für uns nach Kanada geht. 
Ende April soll das Schiff mit unserem Unimog hoffentlich wohlbehalten in Halifax, Nova Scotia einlaufen.
Einige Tage später, hoffen wir, können wir ihn dann endlich aus dem Zoll holen und unser Abenteuer kann endlich beginnen.

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